Detaillierte Wärmebrückenberechnung

 

Klären wir an dieser Stelle doch zunächst einmal, um was es sich genau bei einer Wärmebrücke (die fälschlicherweise oftmals als Kältebrücke bezeichnet wird) handelt:

 

„Wärmebrücken sind örtlich begrenzte Stellen, die im Vergleich zu den angrenzenden Bauteilen eine höhere Wärmestromdichte aufweisen. Die Folgen von Wärmebrücken sind erhöhte Wärmeverluste mit den einhergehenden niedrigeren Oberflächentemperaturen (Gefahr von Tauwasserbildung).“

 

Die entsprechende Normung wird in der Definition der Wärmebrücken noch konkreter:

 

„Nach DIN EN 10211 handelt es sich bei einer Wärmebrücke um einen Teil der Gebäudehülle, wo der ansonsten gleichförmige Wärmedurchlasswiderstand signifikant verändert wird durch:

  • eine vollständige oder teilweise Durchdringung der Gebäudehülle durch Baustoffe mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit und/oder
  • eine Änderung der Bauteildicke und/oder
  • eine unterschiedliche Differenz zwischen Innen- und Außenfläche, wie sie bei den Wand-, Fußböden- und Deckenanschlüssen auftritt.“

Zusammenfassend lassen sich also folgende Dinge für die Definition/Lokalisierung von Wärmebrücken feststellen:

  1. Wärmebrücken zu „finden“ ist relativ einfach! Bei jeder Änderung in der Geometrie der Hüllfläche, des Bauteilaufbaus oder der Bauteilstärke stößt man auf eine Wärmebrücke. Die typischsten Vertreter im Bauwesen sind folglich: Gebäudekanten, umlaufende Laibungen bei Fenstern und Türen, Wand- und Deckeneinbindungen, Deckenauflager, Balkonplatten, Sockelbereiche, Innenwände sowie Anschlüsse an die Bodenplatte

Somit können selbst bei einer einfachen und kompakten Gebäudehülle weit über 20 unterschiedliche Anschlusssituationen zusammenkommen!

 

  1. Wärmebrücken werden über den sogenannten PSI-Wert dargestellt, der in W/mK ausgewiesen wird. Nehmen wir an, der PSI-Wert einer Fensterlaibung beträgt 0,02 W/mK und das Gebäude verfügt über insgesamt 60 m Laibungslänge. Daraus ergibt sich ein zusätzlicher Wärmeverlust von 60 × 0,02 W/mK = 1,2 W/K.

Entscheidend bei der quantitativen Bewertung von Wärmebrücken ist das Verständnis, dass es sich bei den PSI-Werten immer nur um Verhältniswerte handelt. Der PSI-Wert allein ist kein Maß zur Bewertung einer Anschlusssituation! Er kennzeichnet lediglich den zusätzlichen Wärmeabfluss (zweidimensionaler Wärmestrom) im Verhältnis zum ungestörten Bereich (eindimensionaler Wärmestrom). 

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