Schauen wir uns doch einmal eine konkrete Optimierung einer üblichen Anschlusssituation an. Das Projektgebäude besitzt keinen Keller – somit bildet die Bodenplatte den Abschluss der thermischen Hüllfläche. Mituntern den größten Einfluss besitzt der Anschluss der Außenwand an die Bodenplatte aufgrund der Länge der Wärmebrücke (hier 53,51 Meter). Die Ausgangssituation nehmen wir wie folgt an:

 

 

Die Außenwand wird direkt auf der Bodenplatte gegründet – unterhalb der Bodenplatte verläuft eine Dämmschicht mit einer Stärke von 10 cm. Es ergibt sich ein PSI-Wert von 0,230 W/mK. Auf die gesamte Länge der Anschlusssituation gerechnet, errechnet sich ein absoluter zusätzlicher Wärmeverlust von 53,51 m × 0,230 W/mK à 12,31 W/K! Ein beachtlicher Wert, wenn man bedenkt, dass über das gesamte Bauteil der Bodenplatte insgesamt 55 W/K verloren gehen. Der Wärmebrückenanteil beträgt hier also über 18 % des gesamten Energieverlustes.

Als Optimierungsmaßnahme wird hier eine stirnseitige Dämmung der Bodenplatte vorgeschlagen, die eine Stärke von 12 cm aufweisen soll:

 

 

Durch diese Maßnahmen lässt sich der PSI-Wert von 0,230 auf 0,006 reduzieren – in absoluten Zahlen also auf 53,51 m × 0,006 W/mK à 0,321 W/K! Somit bewirkt er nur noch einen zusätzlichen Energieverlust von 0,6 % im Vergleich zum Wärmeabfluss durch die Bodenplatte.

 

Dieses Beispiel verdeutlicht recht einfach, welche Möglichkeiten in einer detaillierten Betrachtung der Wärmebrücken in einem Gebäude liegen. Pauschale Ansätze lassen sich nur durch ein „Mehr“ an Dämmmaßnahmen realisieren, die im Regelfall immer zu unwirtschaftlichen Lösungen führen. Durch das planerische Geschick sowie den Wissensvorsprung des Energieberaters lässt sich dies umgehen!

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Ingenieurbüro Schwark, Energieberatung