Je geringer der Wärmetransport im ungestörten Bereich ist (also je hochwertiger die energetische Qualität der Bauteile ausgeführt wird), desto entscheidender ist der Einfluss des PSI-Wertes. Dies lässt sich am einfachsten an folgendem Beispiel darstellen: 

 

Ein unsaniertes Gebäude aus dem Jahr 1950 soll saniert werden. Der Wärmebrückenanteil ist hier im Verhältnis zu den sonstigen Wärmeverlusten sehr gering.

 

 

Wärmebrücke

Länge [m]

PSI-Wert [W/mK]

  1. Balkonplatte

6,0

0,38

  1. Fensterlaibung

52,0

0,09

  1. Sockel

36,0

-0,07

 

 

 

Wärmebrückenanteil:       1 %

 

Im nächsten Schritt wird ein Wärmedämmverbundsystem angebracht, die Kellerdecke sowie die Dachkonstruktion gedämmt. Auf die sachgerechte Ausführung der Wärmebrücken wurde keine Rücksicht genommen!

 

Wärmebrücke

Länge [m]

PSI-Wert [W/mK]

  1. Balkonplatte

6,0

0,75

  1. Fensterlaibung

52,0

0,47

  1. Sockel

36,0

0,24

 

 

 

Wärmebrückenanteil:         26 %

 

Die Folge der nicht sachgerecht ausgeführten Wärmebrücken sind hohe Wärmeverluste über ansteigende PSI-Werte. Die Erklärung hierfür ist ganz einfach und an die bereits oben beschriebene Definition angelehnt: Der Wärmefluss durch die flächigen Bauteile wird durch die Wärmedämmung stark reduziert; im Sockelbereich entsteht aber durch das Ausbleiben einer flankierenden Dämmschicht ein „Kurzschluss“, durch den im Verhältnis zum übrigen Wärmestrom ein erhöhter Wärmestrom auftritt - Energie verpufft unnütz. Zusätzlich kühlen die Bauteile durch den erhöhten Wärmeabfluss verstärkt ab. Im schllimmsten Fall soweit, dass Tauwasser ausfällt. Bauschäden sind vorprogrammiert.

 

Notwendige Beachtung der Wärmebrücken: der Sockel sowie die Fensterlaibung werden gedämmt. Weiterhin erfolgt eine thermische Entkopplung der Balkonplatte.

 

Wärmebrücke

Länge [m]

PSI-Wert [W/mK]

  1. Balkonplatte

6,0

0,02

  1. Fensterlaibung

52,0

0,01

  1. Sockel

36,0

0,11

 

 

 

Wärmebrückenanteil:       4 %

 

Durch eine vorausschauende Planung und clevere Detaillösungen lassen sich, wie man sieht, die „Problemdetails“ einfach entschärfen. Somit passen auch wieder die Verluste über die Wärmebrücken in das energetische Gesamtkonzept der Komplettsanierung.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Ingenieurbüro Schwark, Energieberatung